Cerasound – Music born in heat

Auftragskomposition

In 125 Jahren sammelt sich einiges im Notenarchiv eines Orchesters an und auch wenn ein Notenblatt von 1900 mehr vorhanden ist, so nennt der Musikverein doch zahlreiche Musikstücke sein Eigen. Polkas, Schlager, Operetten, Medleys, Filmmusik und Sinfonik. Man könnte sicherlich mehrere Wochen am Stück musizieren, wollte man alle Werke des Archives durchspielen. Doch jedes Stück benötigt kleinere oder größere Anpassungen. Passagen sind für die Musiker zu schwierig, es fehlen Instrumente oder es passt nicht ganz zum geplanten Aufführungsort. Warum nicht einmal wie beim Schneider das Maßband anlegen lassen und sich ein Musikstück auf den Leib bzw. das Orchester schreiben lassen?

Eine Auftragskomposition soll es zum Jubiläum sein! Inhaltlich sollte das Werk einen Bezug zu Ransbach-Baumbach, der Region und seinen Menschen haben. Die Prägung der Keramik ist überall in und um Ransbach-Baumbach sicht- und spürbar. Der Wunsch fiel also auf eine klingende Visitenkarte des Kannenbäckerlandes. Weit entfernt von Westerwald, du bist so schön“ und „Oh du schöner Westerwald“ sollte es eher eine klingende Landschaftsimpression und somit Visitenkarte für den Verein und die Gegend werden. Zur Umsetzung des Projektes wünschte man sich einen deutschen Komponisten, der geografisch auch greifbar ist und sich einen Vor-Ort-Eindruck machen kann, wie der Wäller und die Landschaft so sind.

Die Wahl fiel auf Mathias Wehr (*1984), der aus der Nähe von Nürnberg kommt. Sein episch-cineastischer Kompositionsstil würde sicherlich gut zu einem Orchester passen, welches schon mehrfach Filmmusikkonzerte unter dem Titel „Ohrenkino“ präsentiert hatte. Nachdem die zahlreichen organisatorischen und finanziellen Fragestellungen geklärt waren, besuchte Mathias Wehr im Frühjahr 2024 Ransbach-Baumbach. Er blickte vom Köppel herab auf den ganzen unteren Westerwald, sah einer Töpferin zu wie sie fingerfertig in Windeseile ein Gefäß aus einem Tonklumpen formte und wurde in der industriellen Keramikproduktion über die Vielfältigkeit der Zusammensetzung von Ton informiert. Schnell zog er erste Parallelen, da auch in einem Orchester die Zusammensetzung der Töne sehr vielfältig sein kann.

Am nachhaltigsten hat ihn jedoch der alte Kannenofen beeindruckt, in dem in einem tagelangen Brennprozess unter höchsten Temperaturen Tonkrüge sinnbildlich so im Feuer geboren wurden, wie die Töne selbst am Tag der Uraufführung vom Orchester aus der Taufe gehoben werden.

Und somit war er da, der Titel unserer eigenen Auftragskomposition:
“Cerasound- Music born in heat”

ABSCHLIESSEND MÖCHTEN WIR DANKE SAGEN

Dem Verein Keramik Erleben e.V.,
der Westerwälder Blumentopf-Fabrik Spang
sowie der Keramikmanufaktur Pfeiffer-Gerhards für die vielfältigen Einblicke
in die Keramikwelt des Kannenbäckerlandes
sowie Stefan Link für seine fachliche Expertise.


EXEC IT Solutions
Interbau Blink
Landschaftsbau & Reitplatzbau Edgar Zimmermann

sowie
Sibelco
für die großzügige finanzielle Unterstützung dieses einzigartigen Projektes.

Dem Komponisten Mathias Wehr
für die freundliche und angenehme Zusammenarbeit.